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Fakenews-Schleuder Karl Lauterbach treibt weiterhin sein Unwesen - Indonesien habe angeblich den Verbrenner ersetzt


Es ist schon bemerkenswert: Die Pandemiepolitik ist aus den Schlagzeilen verschwunden, dennoch meldet sich Karl Lauterbach mit der üblichen apokalyptischen Gewissheit über die Zukunft der Welt regelmäßig zurück – diesmal ausgerechnet mit einer Grafik über Indonesien.



Der ehemalige Gesundheitsminister erklärt auf Facebook mit großer Geste, dort sei der Verbrennungsmotor „in extrem kurzer Zeit ersetzt worden“. Weltweit beginne nun der Rückzug dieser Technologie, der „Irankrieg“ werde ebenfalls eine Rolle spielen, und Europa dürfe nicht „das neue Auto-Kuba“ werden.

So viel Pathos – und so wenig Realität.

Denn die von Lauterbach verbreitete Grafik zeigt nicht, dass der Verbrenner ersetzt wurde. Sie zeigt vielmehr ein klassisches Beispiel für politisch motivierte Wunschprojektionen: Ein früher Wachstumstrend bei Elektroautos wird einfach linear in die Zukunft verlängert. Aus einem kleinen Anfang wird dann auf dem Papier plötzlich eine Revolution. Wer Statistiken ernsthaft liest, erkennt den Trick sofort.



Die realen Marktdaten erzählen nämlich eine völlig andere Geschichte. Elektroautos wachsen in Indonesien tatsächlich – allerdings von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau. Selbst für 2025 liegt ihr Anteil an den Neuzulassungen bei rund 15 bis 18 Prozent. Reine Batterieautos machen etwa 12 bis 13 Prozent aus. Verbrenner und Hybride dominieren weiterhin mit rund 80 bis 85 Prozent. Von einem „ersetzten Verbrenner“ kann also nicht einmal ansatzweise die Rede sein.

Ein Blick auf die nackten Zahlen aus Indonesien entlarvt die Lauterbach-Erzählung endgültig als statistische Nebelkerze. Das Land zählt rund 280 Millionen Einwohner und etwa 173 Millionen motorisierte Fahrzeuge. Doch wer jetzt an eine Flotte moderner Elektroautos denkt, liegt komplett daneben. Der indonesische Verkehr wird von Motorrädern dominiert – rund 145 Millionen Stück, also mehr als 80 % des gesamten Fahrzeugbestands. Pkw machen lediglich etwa 21 Millionen Fahrzeuge aus. Und von diesen insgesamt 173 Millionen Fahrzeugen sind weniger als ein Prozent reine Elektroautos. Anders gesagt: Über 99 % der Fahrzeuge fahren weiterhin mit Verbrennungsmotor oder Hybridtechnik. Der angeblich „ersetzte Verbrenner“ existiert dort also in der Realität millionenfach weiter – auf Straßen, die vor allem von Mopeds und Motorrädern geprägt sind. Was Lauterbach als Beleg für eine globale technologische Revolution verkauft, ist in Wahrheit ein klassischer statistischer Taschenspielertrick: Man nimmt einen kleinen Anteil bei Neuzulassungen, ignoriert den gigantischen Fahrzeugbestand – und ruft anschließend die Zeitenwende aus.

Kurz gesagt: Lauterbach verkauft eine Prognose als Realität.


Doch selbst diese Zahlen muss man im Kontext betrachten. Indonesien ist kein freier Markt, sondern ein massiv politisch gesteuerter Automobilsektor. Der Staat arbeitet mit Subventionen, Importbeschränkungen und lokalen Produktionsvorgaben, um die Elektromobilität gezielt zu pushen. Hinzu kommt eine strategische Rohstoffpolitik rund um Nickel – einem zentralen Bestandteil von Batterien – sowie eine starke Beteiligung chinesischer Unternehmen am Ausbau der Industrie.

Mit anderen Worten: Der indonesische Markt ist ein Sonderfall. Wer daraus eine globale Entwicklung ableiten will, betreibt entweder grobe Vereinfachung – oder bewusste Irreführung.

Noch abenteuerlicher wird es, wenn Lauterbach plötzlich geopolitische Spekulationen in seine Prognose einbaut. Der mögliche Einfluss eines Iran-Konflikts auf die weltweite Antriebstechnologie gehört eher in die Kategorie Kaffeesatzleserei als in eine seriöse Analyse. Aber Dramatisierung war schon immer ein Markenzeichen des ehemaligen Ministers.

Der Vergleich mit Kuba wirkt ebenfalls wie aus der rhetorischen Mottenkiste gezogen. Europa mit einer isolierten Inselwirtschaft zu vergleichen, deren Automobilpark aus historischen Gründen jahrzehntealte US-Oldtimer enthält, ist ungefähr so analytisch präzise wie ein Horoskop.

Technologische Transformationen im Automobilsektor verlaufen nun einmal langsam. Fahrzeuge bleiben im Durchschnitt über ein Jahrzehnt im Einsatz. Infrastruktur muss aufgebaut werden, Produktionsketten umgestellt, Rohstoffe gesichert. Selbst unter optimistischen Annahmen sprechen Experten von Übergangszeiträumen über mehrere Jahrzehnte – nicht von der plötzlichen Auslöschung einer Technologie.

Aber Lauterbachs Post zeigt ein grundsätzliches Problem der aktuellen politischen Debatte: Wunschdenken ersetzt zunehmend nüchterne Analyse.

Ein besonders gutes Beispiel ist die Energiefrage. Wer ernsthaft glaubt, ein vollständig elektrifizierter Verkehr lasse sich einfach per politischem Beschluss herbeireden, blendet die physikalischen Grundlagen aus. Schon heute steht Deutschland vor der gigantischen Herausforderung, seinen Energiebedarf zu decken. Selbst bei massivem Ausbau von Wind- und Solarenergie stellt sich die Frage nach Fläche, Netzen, Speichertechnologien und Versorgungssicherheit.

Die nüchterne Realität lautet: Die Landfläche Deutschlands reicht nicht aus, um die gesamte benötigte Energiemenge allein durch Sonne, Wind und ähnliche Quellen zu erzeugen.

Wer diese Debatte ernsthaft führen will, muss über Systemkosten, Netzausbau, Speicher und Grundlast reden. Lauterbach hingegen liefert auf Facebook eine Grafik und erklärt damit die Welt.

Es ist ein Stil, den man inzwischen gut kennt: moralische Gewissheit plus statistische Verkürzung ergibt politische Botschaft.

Dabei wäre gerade bei diesem Thema intellektuelle Redlichkeit dringend nötig. Elektromobilität wächst politisch gewollt weltweit, sie wird eine Rolle spielen, und sie kann in vielen Bereichen sinnvoll sein. Aber aus einem wachsenden Marktanteil sofort den Untergang des Verbrennungsmotors abzuleiten, ist ungefähr so seriös wie eine Wettervorhersage für das Jahr 2075.

Man könnte sagen: Lauterbach bleibt sich treu.

Er war schon immer ein Meister der maximalen Zuspitzung. Nur leider ersetzt Zuspitzung keine Fakten.

Und genau deshalb wirkt dieser Facebook-Post wie ein Lehrbeispiel dafür, wie politische Kommunikation heute allzu oft funktioniert: Eine Grafik, eine steile Behauptung, ein geopolitischer Aufreger – fertig ist der virale Beitrag.

Mit Realität hat das nur leider wenig zu tun.

Die Fake-News von Karl Lauterbach wurden von Facebook-Nutzern unkompliziert mit Quellenangaben als solche entlarvt. Trotzdem scheint es nach wie vor ein paar Lauterbach-Jünger*innen zu geben, denen der Lauterbach’sche Horizont vollkommen auszureichen scheint.



Verfasser: АИИ  |  07.04.2026

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