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Deutschlands grüner Leuchtturm: Wie Sachsen-Anhalt mit 15 Hektar fruchtbarem Ackerland die Energiewende rettet - oder doch nicht?


Ach, welch ein triumphaler Moment für die deutsche Energiezukunft! Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD) setzt höchstpersönlich den Spatenstich für Deutschlands größten Batteriespeicherpark bei Klostermansfeld.



Auf einer „rund 15 Hektar großen Fläche“ entstehen gut 1.100 Batterie-Container mit 1 Gigawatt Leistung und bis zu 5,7 Gigawattstunden Kapazität. „Damit lassen sich rund drei Millionen Haushalte mindestens vier Stunden lang mit Strom versorgen“, jubelt die Pressemitteilung des Ministeriums. Oder waren es nur 600.000 Haushalte einen Tag lang, wie im Facebook-Post des MWU? Egal – bei dieser Genauigkeit muss man nicht kleinlich sein. Die Regierung setzt Maßstäbe! Für eine starke von den Bürgern zu bezahlende Energiezukunft. Ganz sicher.

Und nach den vier Stunden geht dann trotzdem das Licht aus.

Wie wunderbar, dass dieses Leuchtturmprojekt ausgerechnet auf einem landwirtschaftlichen Feld entsteht. Bilder und Videoclips vom Spatenstich zeigen es klar: Fruchtbares Ackerland wird der Landwirtschaft entzogen und versiegelt. 15 Hektar Boden, der bisher Nahrung produzierte, dienen dann der Speicherung von Flatterstrom aus Wind und Sonne. Herrlich effizient! In einem Land, das sich Sorgen um Lebensmittelsicherheit und Importabhängigkeit macht, priorisiert die Politik endlich das Richtige: Container voller Lithium oder was auch immer da drin sein wird, die bei Bedarf „überschüssigen“ Strom ins Netz einspeisen. Was für eine geniale Lösung für ein Problem, das die Erneuerbaren selbst massiv verschärfen.


Analyse des Flächenverbrauchs – ein Meisterwerk der Nachhaltigkeit

15 Hektar sind natürlich Peanuts. Nur ein winziger Fleck in Sachsen-Anhalt. Aber multipliziert man das mit den Dutzenden, Hunderten weiterer Projekte (Ende Mai 2026 waren in Sachsen-Anhalt bereits 23 Großspeicher in Betrieb, 30 weitere in Planung), dann ergibt sich ein schönes Mosaik aus versiegelter Landschaft. Früher hieß es „Flächenfraß stoppen“. Heute heißt es „Leuchtturm“. Die Begrünungsmaßnahmen für „Natur- und Sichtschutz“ klingen ja entzückend – fast so, als würde man den Verlust von Ackerland mit ein paar Wildblumen kompensieren.

Würden andere Länder ebenfalls fruchtbares Ackerland für solche Projekte opfern?

In den USA oder China priorisiert man oft Konversionsflächen oder Industriebrachen. Aber in Deutschland, dem Land der Weltmeister in ideologischer Konsequenz, nimmt man selbstverständlich das Beste vom Besten: den Boden, der uns ernährt. Genial.

Zum Bedarf für eine CO₂-neutrale Zukunft

Wenn Deutschland wirklich vollständig CO₂-neutral werden will (80–100 % Erneuerbare plus Elektrifizierung von Verkehr und Wärme), explodiert der Strombedarf auf 800–1.000 TWh pro Jahr oder mehr. Für längere Dunkelflauten (1–2 Wochen im Winter) wären nicht Tausende, sondern Zehntausende solcher Speicher nötig – oder gigantische Langzeitspeicher-Alternativen. Bei ambitionierterer Dunkelflaute-Absicherung mit mehreren Hundert bis über 1.000 GWh Kapazität reden wir schnell von 60.000 Hektar und mehr – das entspricht der Fläche einer Großstadt wie Hamburg (ca. 75.000 ha) oder fast zwei Dritteln Berlins (ca. 89.000 ha). Ganze Regionen würden zu Batterie-Feldern. Der Flächenverbrauch für die Energieerzeugung ist da noch gar nicht einbezogen. Und der Kostenpunkt? Billionen Euro - zu zahlen vom Steuerzahler und Verbraucher - also dem Volk.

Wohlstand weg! Klima gerettet?

Ans Herz gelegt sei in diesem Zusammenhang dieser kurze Clip. Prof. Dr. Dr. F.-J. Radermacher erklärt einer erlauchten Zuhörerschaft, wohin die Reise gehen muss, um das Klima zu retten.


Wenn genügend viele Leute in Europa genügend arm sind, sodass sie im Wesentlichen keine Ressourcen mehr verbrauchen können. Also, die Armut besteht darin, dass sie kein Auto fahren können, im Winter nicht heizen können und kein Fleisch mehr essen können. Dann löst das aber die Energie- und Klimaprobleme.

Also, man kann die im Prinzip sehr einfach lösen, wenn man einen Großteil der Menschen daran hindert, an Wohlstand zu partizipieren.

Es ist natürlich keine besonders sozial- und politikverträgliche Lösung. Aber wenn Sie diese Lösung machen, dann haben Sie auch kein globales Gerechtigkeitsproblem, wenn die Armen arm bleiben, weil dann sind die Armen da so arm, wie sie bei uns dann auch sein werden. Und dann ist Gerechtigkeit herbeigeführt, nur eine etwas merkwürdige Form der Ausprägung.

Ja, aber in dem Sinne, dass es überall so ziemlich gleich ist, zumindest in dem Sinne ist es dann auch gerecht. Sie haben dann fünf bis zehn Prozent, denen es richtig gut geht. Und denen geht's insbesondere dann so gut, weil es den anderen schlecht geht. Und sie brauchen dann noch nicht den Kuchen zu vergrößern, sondern sie können auf der Basis der heutigen Technik mit den Ressourcen auskommen, indem genügend wenig Leute partizipieren.

Also, das ist dann eine typische Zweiklassengesellschaft. Und wenn Sie sehen, was an der Peripherie Europas passiert, dann bekommen Sie Angst, dass wir auf diesem Weg schon sind, ja.

Zu mir sagen immer die Leute: „Herr Radermacher, was soll ich denn machen, wenn die Brasilianisierung kommt?“ Dann sage ich: „Das ist ziemlich einfach. Gucken Sie, dass Sie bei den fünf Prozent sind.“

Jetzt ist das natürlich kein so richtig guter Vorschlag, sondern was wir ja wollen, was der europäischen Philosophie entspricht, ist ja eine ausgewogene Global Governance.

Der Strompreis darf nie wieder sinken

Dieses Projekt rechnet sich wunderbar – in einem hochsubventionierten, künstlich verteuerten deutschen Strommarkt mit teurem Flatterstrom, hohen Netzentgelten und Arbitrage-Möglichkeiten. Aber stellen wir uns vor, Deutschland hätte die Strompreise der USA oder Chinas (oft nur ein Drittel bis die Hälfte der hiesigen Preise für die Industrie). Dann würde das gesamte Geschäftsmodell zusammenbrechen. Keine hohen Preisschwankungen mehr, die man mit Speichern ausnutzen kann, keine Notwendigkeit, teuren Überschuss zu „parken“. Das Projekt wäre schlicht unwirtschaftlich.

Genau deshalb darf der Strompreis in Deutschland nie wieder nennenswert sinken. Die Politik muss aktiv dafür sorgen, dass die Preise hoch bleiben – durch Umlagen, Netzentgelte, CO₂-Preise, Subventionen und das gezielte Verknappen günstiger Erzeugung. Sinkende Preise wären das Todesurteil für solche „Leuchtturmprojekte“ und würden sie zu reinen Investitionsruinen machen. Die Energiewende braucht die künstliche Verteuerung des Stroms wie die Luft zum Atmen. Ohne permanente Verteuerung konventioneller (oder auch erneuerbarer) Erzeugung und ohne Dauersubventionierung ist das ganze System nicht lebensfähig. Die Regierung schafft sich ihre eigene Realität – und der Steuerzahler sowie die verbleibende Industrie zahlen die Zeche. Ein echtes Leuchtturmprojekt der Marktferne!

Das IPCC und die zurückgezogene Horror-Story

Die ganze Energiewende-Hektik basierte ja jahrelang auf Schreckensszenarien des IPCC. Doch kürzlich haben die Wissenschaftler selbst das berüchtigte Horror-Szenario (RCP8.5/SSP5-8.5) als unplausibel zurückgezogen. Es sei „unplausibel“ geworden, weil die Realität – trotz oder wegen der Politik – nicht so katastrophal läuft, wie einst gemalt. Tausende Studien, Politikerreden und Panikberichte basierten darauf. Und jetzt? Einfach still und leise ad acta gelegt. Aber die Politik in Berlin und Magdeburg macht munter weiter, als gäbe es keinen Grund zur Kurskorrektur. Man könnte fast meinen, die Dringlichkeit diene anderen Zwecken als dem Klimaschutz.

Subventionen, Jobs und die große Wertschöpfung

Offiziell fließen keine direkten Mega-Subventionen für genau dieses Projekt – BW ESS spricht von Eigenfinanzierung und späterem Stromhandel. Aber das Gesamtsystem der Energiewende lebt von Förderungen, EEG-Umlagen (früher), Netzentgelten, Flex-E-Programmen, KfW-Krediten und Landesprogrammen wie „Sachsen-Anhalt STROMSPEICHER“. Die Gewerbesteuer soll größtenteils vor Ort bleiben (90 Prozent nach Leistung), plus „freiwillige Akzeptanzleistungen“ in Höhe mehrerer Hunderttausend Euro für Vereine. Wie großzügig von den Investoren! Der Steuerzahler finanziert das Umfeld, den Netzausbau (Südostlink) und die ganzen Rahmenbedingungen.

Und die Jobs? In der Bauphase entstehen sicher einige temporäre Stellen, dazu Wartung, Sicherheit, Dienstleistungen. Dauerhaft? Eine Handvoll pro Anlage. Der Investor spricht vage von wirtschaftlichen Effekten. Gleichzeitig verliert die deutsche Industrie Zehntausende Jobs durch hohe Energiepreise, Deindustrialisierung und unsichere Versorgung – Autozulieferer, Chemie, Stahl. Kommentator Harald Kvicala trifft es: „Es gab mal dezentrale grundlastfähige Kraftwerke mit einem günstigen Strompreis. Heute gibt es teuren Flatterstrom [...] Deindustrialisierung als schlimmstes Ergebnis und so nebenbei werden ganze Landschaften zugepflastert.“

Ein anderer Nutzer kontert sarkastisch mit Braunkohle-Löchern, die zu Seen wurden. Richtig, die alten Löcher sind jetzt Idylle – während neue Flächen versiegelt werden. Max Moritz warnt vor „Sondermüll“ durch Akkus. Und Container TP rechnet vor: Für eine Woche Speicher bräuchte man zigtausend solcher Parks. Physik ist halt doof.

Großes Lob an die Visionäre

Wie klug von Minister Willingmann und der Landesregierung, auf „Heimatenergien“ zu setzen, die nicht „durch eine x-beliebige Meerenge“ kommen. Stattdessen versiegeln wir selbst unser Ackerland und importieren die Batterietechnik und Rohstoffe aus China. Brillant! Roberto Jiménez von BW ESS ist „stolz“, ein „resilientes modernes Energiesystem“ zu schaffen. Ja, resilient gegen bezahlbaren Strom und stabile Grundlast vielleicht. Die smarte Einbindung ins Netz, die Begrünung – alles vom Feinsten. Sachsen-Anhalt setzt Maßstäbe. Für eine Zukunft, in der Strom teurer, die Industrie schwächer und die Landschaft zubetoniert ist.

Die Kommentare unter dem Facebook-Post des MWU zeigen das Volk: Viele sehen den „ideologischen Planwirtschafts-Unsinn“ (Rico Schirrmacher), den „Quatsch“ und die Abhängigkeit von Wetter. Andere verteidigen es fanatisch und beschimpfen Kritiker als „Putin-Trolle“ oder „Bildungsfremde“. Klassisch. Wer fragt, was am zweiten Tag ohne Sonne passiert, wird belehrt, dass Speicher nur Spitzen glätten. Richtig. Für die Dunkelflaute braucht es dann weiter Gaskraft oder Importe. Oder hoffen auf Sonne.

Eine Politik, die fruchtbares Land opfert

Dieses Projekt ist ein Symbol: Für eine Politik, die fruchtbares Land opfert, um ein System zu stützen, dessen Grundannahmen das IPCC selbst als übertrieben entlarvt hat. Mit falschem Jubel über „Wertschöpfung“ und „Akzeptanzleistungen“ wird den Menschen Sand in die Augen gestreut, während die großen Kosten auf alle umgelegt werden. Bravo, Herr Willingmann! Sie setzen wirklich Maßstäbe. Für den Untergang der bezahlbaren, sicheren und bodenständigen Energieversorgung. Deutschland dankt. Die Bauern, deren Felder weg sind, vielleicht weniger. Aber was zählt schon Ackerland, wenn man Leuchttürme bauen kann?


Verfasser: АИИ  |  07.07.2026
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