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Desinformationen aus dem SPD-Ministerium: Wie Armin Willingmann die Bürger mit Märchen über die Gasversorgung abspeist


Noch-Minister Armin Willingmann (SPD) steht vor der Kamera, lächelt beruhigend und redet die nächste Heizsaison schön.



In seinem Facebook-Video und dem begleitenden Post vom 19. Oktober 2026 will er den Sachsen-Anhaltern einreden: Keine Sorge, die Speicher reichen, die Lieferanten sind verlässlich und bunt gemischt, alles unter Kontrolle. 44 Prozent aus Norwegen, jeweils über 22 Prozent aus den Niederlanden und Belgien, rund 10 Prozent LNG aus den USA – und fertig ist die heile Welt. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Hier wird mit Zahlen jongliert, Abhängigkeiten verschleiert und die bittere Realität unter Teppich gekehrt. Ein klassisches Ablenkungsmanöver eines Politikers, der die Konsequenzen jahrelanger Energiepolitik nicht zugeben will.

Die 60-Prozent-Lüge und das Wetter-Wunder vom letzten Winter

Willingmann gibt zu: Früher lag der Füllstand um diese Zeit bei etwa 75 Prozent, aktuell bei rund 60 Prozent. „Aber ist das gefährlich?“ fragt er rhetorisch – und verneint prompt. Die Realität sieht anders aus. Die deutschen Gasspeicher liegen Mitte Oktober 2026 bei etwa 61 Prozent – deutlich unter dem Vorjahreswert von rund 75–76 Prozent und weit entfernt vom gesetzlichen Ziel von rund 70–80 Prozent zum 1. November. Experten und sogar die Bundesnetzagentur rechnen mit sehr niedrigen Ständen am Winterende. Die Bundesregierung musste SEFE bereits anweisen, extra Gas einzukaufen und einzuspeichern.

Und der letzte Winter 2025/26? Die Speicher sackten bis Anfang März auf historisch niedrige rund 20–21 Prozent ab. Nur der relativ milde März rettete die Versorgung vor dem kritischen Engpass. Wäre es kalt geblieben, hätte das Gas nicht gereicht – so die Analysen des Speicherverbands INES und anderer Beobachter. Willingmann erwähnt das mit keinem Wort. Stattdessen die nächste Beschwichtigungsformel: Die Versorgung sei „breit gestreut“ und „gesichert“.

„Gas aus den Niederlanden und Belgien“ – die große Transit-Täuschung

Der Höhepunkt der Desinformation: Willingmann listet stolz 44 Prozent aus Norwegen, jeweils über 22 Prozent aus den Niederlanden und Belgien sowie etwa 10 Prozent US-LNG auf. Schon die Addition hinkt – und kommt nicht auf 100 Prozent. In der FAQ-Seite seines Ministeriums (die er im Video bewirbt) werden die Zahlen etwas korrigiert: Norwegen 44,8 Prozent, Niederlande 20,3 Prozent, Belgien 22,5 Prozent, deutsche LNG-Terminals 12,2 Prozent, dazu eigene Förderung und Biogas. Immer noch peinlich ungenau.

Noch schlimmer: Die „Lieferungen aus den Niederlanden und Belgien“ sind keine niederländischen oder belgischen Gasquellen. Die Niederlande können ihren Eigenbedarf schon lange nicht mehr aus eigener Förderung decken. Nach der Schließung des Groningen-Feldes produzierten sie 2025 nur noch rund 8,1 Milliarden Kubikmeter – gerade einmal etwa 27 Prozent des eigenen Verbrauchs von rund 30 Milliarden Kubikmetern. Der Rest kommt über Importe (Norwegen, LNG, andere). Was Deutschland „aus den Niederlanden“ erhält, ist oft norwegisches Pipeline-Gas oder regasifiziertes LNG, das lediglich über niederländische und belgische Netze und Terminals durchgeleitet wird. Belgien fördert ohnehin kaum eigenes Gas. Willingmann verkauft Transitwege als „verlässliche Lieferanten“ – als würde man den Postboten für den Absender halten.

Die niederländischen Gasspeicher gingen im Winter 2025/2026 extrem tief runter auf historische Tiefststände. Um den 1./2. April 2026 sanken die niederländischen Füllstände auf 4,52 %. Eine Rettung bei Gas-Mangel wird aus den Niederlanden nicht kommen.

Die FAQ des Ministeriums gibt das indirekt zu: „Ein Teil der importierten Mengen – etwa ein Viertel – wird in andere Ländern weitergeleitet.“ Und LNG aus den USA und anderswo landet nicht nur an deutschen Terminals, sondern auch in den Nachbarländern und fließt weiter. Die vielgepriesene „Diversifizierung“ ist in Wahrheit eine komplizierte Abhängigkeit von norwegischem Gas, teurem US-LNG und dem Weltmarktpreis – der durch den Iran-Konflikt und die Sperrung der Straße von Hormus ohnehin explodiert ist.

Die FAQ-Seite: Viele Worte, wenig Antworten auf die entscheidenden Fragen

Willingmann verweist stolz auf die FAQ unter https://lsaurl.de/Kou4g3 (bzw. die Seite des MWU). Doch wer die Fragen und Antworten liest, merkt schnell: Die kritischen Punkte werden elegant umschifft. Es gibt beruhigende Aussagen zur „stabilen Versorgung“ und „geringen Gefahr“ einer Mangellage. Die niedrigen Speicherstände werden zugegeben, aber mit dem Hinweis relativiert, dass es auf das Zusammenspiel von Importen, Speichern und Nachfrage ankomme. Was fehlt? Stattdessen: Preise bleiben hoch wegen dem von der USA und Israel begonnenen Iran-Krieg, aber direkte Abhängigkeit gebe es nicht. Die Speicher leeren sich im Winter „normalerweise“. Und wenn sie leer sind, greift der Notfallplan – mit Priorität für Haushalte. Beruhigend? Nur für jene, die nicht nachrechnen.

Schönreden statt Wahrheit

Armin Willingmanns Video und Post sind kein Informationsbeitrag, sondern politische Beruhigungspillen. Die Zahlen sind unvollständig und irreführend, die Herkunft des Gases wird beschönigt, die Risiken eines kalten Winters ausgeblendet. Der letzte Winter hat gezeigt, wie dünn die Decke ist – und nur das Wetter hat uns gerettet. Aktuell sind die Speicher noch weniger gefüllt, die Preise sind hoch, und der „Noch-Minister“ erzählt Märchen von breit gestreuter, verlässlicher Versorgung.

Wer den Bürgern einredet, 22 Prozent „aus den Niederlanden“ seien echte niederländische Sicherheit, während das Land selbst importabhängig ist, betreibt Desinformation. Die FAQ-Seite füllt Lücken mit Floskeln, statt klare Antworten zu geben. Die Energiepolitik der letzten Jahre hat uns teurer und anfälliger gemacht – und jetzt soll das mit netten Videoclips und Zahlenjonglage weggewischt werden. Die Heizsaison beginnt. Die Bürger verdienen Fakten, keine Beschwichtigungen.


Verfasser: АИИ  |  20.10.2026  |  Text- und Bildinhalte können zum Teil mit oder durch KI generiert sein.
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