Strukturwandel-Blabla in Sachsen-Anhalt: Milliarden für Kurzfilme, Netzwerk-Bingo und KI-Pflanzen - aber null Plan für echte Jobs!
Während die Politik den Kohleausstieg mit milliardenschweren Versprechungen verkauft, zeigt die offizielle Facebook-Propaganda-Seite „Strukturwandel Sachsen-Anhalt“ schonungslos, wie hilflos sie wirklich ist: Statt Industriearbeitsplätze zu schaffen, wird mit Steuergeld Beschäftigungstherapie, Filmchen und Ideenwettbewerben betrieben.
Der Strukturwandel? Ein teures Placebo ohne Substanz. Schauen wir uns die jüngsten Posts an.
Eine Million Euro für „Ideen, die etwas bewegen“ – aber keine einzige Fabrikhalle
Eine Million Euro Preisgeld für den „Revierpionier“-Wettbewerb. Klingt nach großem Wurf? In Wahrheit fließt das Geld in Bürgerprojekte, Vereine und Initiativen – Bildung, Engagement, Handwerk-Ideen. In Bitterfeld-Wolfen wurden neun Projekte mit insgesamt 64.450 Euro prämiert, Fokus „Bildung & Fachkräfte“. Nächstes Jahr dann „Handwerk trägt Wandel“. Toll. Während Kohle-Jobs und indirekte Arbeitsplätze wegbrechen und andere Branchen (Chemie, Zulieferer) wanken, verteilt man Almosen an Kleinprojekte. Der Link zur angeblichen Übersicht der Bitterfelder Gewinner funktioniert nicht mal, der Facebook-Post lässt sich nicht verlinken – Symbolbild für den gesamten „Wandel“.Kritik von Arbeitgebern und Gewerkschaften ist altbekannt: Die Fördermilliarden (allein für Sachsen-Anhalt bis zu 4,8 Milliarden Euro) dürfen wegen EU-Regeln und Gesetzeskonstruktion kaum direkt in Unternehmen und neue Industriejobs fließen. Stattdessen gehen sie in Infrastruktur, Forschung, Sanierung und eben solche Wettbewerbe. Ergebnis? Vogelbeobachtungstürme und ähnliche Projekte statt gleichwertiger Arbeitsplätze. Die versprochenen rund 10.000 neuen Stellen aus SEP-Projekten bleiben weitgehend „in Aussicht“ – spürbare Effekte? Fehlanzeige. Der Mittelabfluss ist schleppend, echte Wertschöpfung lässt auf sich warten.
Netzwerk-Bingo und Ideenwerkstatt: Die Politik kapituliert und schiebt den Bürgern den schwarzen Peter zu
„Schon einmal etwas von Netzwerk-Bingo gehört?“ fragt ein weiterer Post (der sich nicht verlinken lässt, weil dies deaktiviert wurde) und lädt zur Ideenwerkstatt „Das könnte nach vorne losgehen“ nach Eisleben. Übersetzung: Die Verantwortlichen haben keine eigenen Konzepte für den Strukturwandel und überlassen die Jobschaffung den Bürgern bei kostenlosen Workshops. Jobs zerstören durch den Ausstieg? Das beherrscht man. Neue schaffen? Da wird gebingot und gehofft. Während die letzten Tagebaue bis Mitte der 2030er schließen und Tausende (direkt und indirekt) betroffen sind, organisiert man Beschäftigungstherapie.Filmclub-Pioniere: Was erhalten werden soll – bloß keine Arbeitsplätze
Besonders reißerisch: Der Filmclub Halle als „Revierpionier“. Eine private Initiative aus Geografie, Musik und Film zieht durchs Revier, dreht Kurzfilme über „was im Strukturwandel erhaltenswert ist“. Frage: Jobs? Industrie? Wertschöpfung? Fehlanzeige. Stattdessen Kamerafahrten und lokale Vorführungen – Beschäftigungstherapie für Medienschaffende und kulturelles Placebo. Brotlose Kunst, finanziert aus dem Strukturwandel-Topf. Während echte Industriearbeitsplätze fehlen, wird gefilmt, was „erhaltenswert“ ist. Ironie pur.KI züchtet Pflanzen der Zukunft – und automatisiert die letzten Jobs weg
Höhepunkt der Realitätsverweigerung: „Kann KI dabei helfen, die Pflanzen der Zukunft zu züchten?“ Forschungsprojekt DiP-DIAMANT der Uni Halle, Sequenzierung, digitale Methoden, KI für schnellere und präzisere Züchtung robuster Sorten. Klingt progressiv. In Wahrheit zielt solche Forschung oft auf Automatisierung und Effizienz ab – weniger Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, nicht mehr. Neue Jobs? Eher das Gegenteil. Während man über KI-Pflanzen jubelt, fehlen konkrete Pläne für industrielle Ansiedlungen, die die wegfallenden gut bezahlten Kohle- und Folgejobs ersetzen.Das große Versagen: Milliarden, Versprechen – und Schönrederei statt Strategie
Die Zahlen sprechen Bände. Nach der Wende brach die Beschäftigung in der Kohle dramatisch ein. Heute sind es „nur“ noch rund 2.000 direkte Jobs im Mitteldeutschen Revier – plus Tausende indirekte und zusätzliche Verluste in anderen Branchen. Offiziell soll alles sozialverträglich laufen, Fachkräfte gesichert, neue Wertschöpfung aufgebaut werden. In der Praxis: schleppende Mittelbindung, abgesagte oder geschrumpfte Großprojekte, Bürgerproteste gegen weitere ungenutzte Gewerbegebiete und eine Facebook-Seite, die mit Filmclubs, Bingo und Ideenwettbewerben den Mangel an Plan kaschiert.Die Politik zerstört Strukturen, die über Generationen Beschäftigung boten, und ersetzt sie durch Projektitis, Forschung und Engagement-Wettbewerbe. Keine harten Industrieansiedlungen in ausreichendem Maß, keine echte Kompensation für hochwertige Jobs, dafür steuergeldfinanzierte Beschäftigungstherapie. Der „Strukturwandel“ wird schöngeredet, während die Region weiter demografisch und wirtschaftlich unter Druck steht. Wer glaubt, mit Kurzfilmen und Netzwerk-Bingo entstehe eine blühende Industrielandschaft, der hat den Schuss nicht gehört. Die Menschen im Revier verdienen mehr als Propaganda und Almosen – sie verdienen einen echten Plan. Bis dahin bleibt es bei teurem Blabla.
