Deutsch English Français Español Türkçe Polski Русский Română Українська العربية
Wise

Strategie der Intransparenz im Stadtrat - Wurden Bürgerfragen zum IKIG vor der Abstimmung trotz genug Zeit vorsätzlich nicht bewantwortet?


Am 7. November 2024 erklärte Oberbürgermeister Martin Papke in der Stadtratssitzung, dass die Antwort auf die umfassende Anfrage von Herrn Wolfgang Gotthelf zur geplanten Gründung des IKIG-Zweckverbandes (Interkommunales Industriegebiet) zwar bereits verfasst worden sei, aber offenbar nicht an den Fragesteller weitergeleitet wurde. Statt diese offenen Fragen zu klären, entschied der Stadtrat dennoch über die Gründung des Zweckverbandes zum IKIG – ohne dass entscheidende Informationen, auf die sich die Kritik von Herrn Gotthelf stützt, den Stadtratsmitgliedern oder der Öffentlichkeit zur Verfügung standen.



Dieser Ablauf wirft ernste Fragen zur Transparenz und zur politischen Kultur in Weißenfels auf. Es entsteht der Eindruck, dass die Antwort auf die Anfrage möglicherweise bewusst zurückgehalten wurde, um eine kritische öffentliche Diskussion vor der Abstimmung zu vermeiden. Herrn Gotthelfs Fragen betrafen essentielle Punkte wie ein Worst-Case-Szenario für finanzielle Risiken, mögliche Kostenüberschreitungen und die Tragfähigkeit der Schuldenlast der Stadt, falls sich das IKIG-Projekt als Fehlinvestition herausstellen sollte. Diese Fragen wurden jedoch nicht nur ignoriert, sondern offensichtlich so behandelt, dass die Öffentlichkeit und kritische Stimmen im Vorfeld der Abstimmung keine Gelegenheit hatten, fundierte Einwände vorzubringen. Ein solches Vorgehen könnte als Versuch gewertet werden, die Entscheidung durchzudrücken und die Risiken des Projekts kleinzureden.

Die Zustimmung zur Gründung des Zweckverbandes trotz der nicht beantworteten Fragen legt nahe, dass eine Mehrheit im Stadtrat nicht bereit war, die Bedenken der Bürger ernsthaft zu berücksichtigen. Stattdessen scheint die Entscheidung, trotz unklarer finanzieller und infrastruktureller Risiken, leichtfertig getroffen worden zu sein. Die vorgebrachten Risiken und Sorgen – insbesondere in Bezug auf erhebliche Kostensteigerungen, die Abhängigkeit von Fördermitteln und die zukünftige Belastung des Haushalts – wurden offenbar nicht hinreichend diskutiert. Diese Versäumnisse sprechen für einen fahrlässigen Umgang mit den Interessen und dem Vertrauen der Bürger.

Es ist auch beunruhigend, dass Oberbürgermeister Papke anscheinend die Verantwortung für das Versäumnis, die Antwort rechtzeitig an Herrn Gotthelf weiterzuleiten, nicht klar benannte. Eine verzögerte Weiterleitung der Antwort verhindert de facto die Möglichkeit, kritische Fragen in der Bürgerfragestunde zu stellen und offen über mögliche Risiken zu diskutieren. Diese Umstände werfen den Verdacht auf, dass Papke und die Verwaltung bewusst auf eine Strategie der Intransparenz gesetzt haben, um Widerstand oder zumindest kritische Fragen zu unterbinden. Solche Vorgänge erwecken den Eindruck, dass Meinungen und Bedenken der Bürger gezielt ausgeblendet wurden, um das IKIG-Projekt möglichst reibungslos durchzusetzen.

Das Verhalten von Oberbürgermeister Papke und der Stadtratsmehrheit zeigt eine alarmierende Missachtung demokratischer Prinzipien und der Bedeutung öffentlicher Debatten bei weitreichenden kommunalen Entscheidungen. Das Vertrauen in die Integrität und Transparenz der Stadtverwaltung und des Stadtrats wird durch solches Vorgehen massiv beschädigt. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Finanzen und der Zukunft Weißenfels' hätte eine umfassende Diskussion und vor allem eine Klärung der offenen Fragen erfordert, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Stattdessen wurde scheinbar eine bewusst intransparente Strategie verfolgt, die die Interessen und die informierte Mitwirkung der Bürger missachtet.

Die gesamte Angelegenheit stellt die Ernsthaftigkeit infrage, mit der Oberbürgermeister Papke und die Stadtratsmehrheit die demokratische Verantwortung gegenüber den Bürgern wahrnehmen. Gerade bei einem Projekt, das immense finanzielle Lasten und mögliche Risiken für die Stadt birgt, wäre eine transparente und ehrliche Kommunikation unverzichtbar gewesen. Der Umstand, dass die offenen Fragen vor der Abstimmung nicht geklärt wurden, lässt auf ein bedenkliches Demokratieverständnis und eine erhebliche Missachtung der Bürgerinteressen schließen.

Die Videoaufzeichnung der Stadtratssitzung, das auch diesen Teil zeigt, musste aufgrund des Einschaltens eines Anwaltes durch den Stadtrat aus dem Netz genommen werden (die Sache ist in Klärung begriffen - das wird sicherlich eine Weile dauern). In der Aufzeichnung war ebenfalls zu sehen und zu hören, dass den Stadtratsmitgliedern vollkommen bewusst war bzw. ist, dass sehr viele Dinge hinsichtlich des IKIG vollkommen unklar sind. Dennoch wurden die Beschlüsse zum IKIG mehrheitlich beschlossen.

Die Anfrage von Herrn Wolfgang Gotthelf


Bürgerfragestunde Stadtrat WSF, 29.08.2024, Fragesteller: Wolfgang Gotthelf, Borau

Anfrage zu 1. Erkenntnissen aus der Machbarkeitsstudie zu IKIG, in erster Linie als sehr besorgter Weißenfelser Bürger

Eine erste Analyse zeigte, dass die Risiken und Herausforderungen für WSF in keinem Verhältnis zu einem möglichen Nutzen stehen.
Studie geht von Gesamt (Groß) Kosten von 141,24 Mill € aus, im Nebensatz dazu die Warnung, gilt für sehr sehr große Grundstückszuschnitte (Cluster), also Zuschnitt für große Industrieeinheiten, d. h. bei kleineren bzw. sehr viel kleineren Zuschnitt können die 141 Mill € nicht gehalten werden.
Künftige Preisentwicklungen hat die Studie nicht berücksichtigt, wenn man Großprojekte wie Stuttgart 21 und BER betrachtet, will ich momentan nicht von Verdreifachung sprechen aber eine Verdopplung auf ca 300 Mill€ ist realistisch.
Zu den Betriebskosten, Instandhaltung der Infrastruktur, Reinigung, Sicherheit und Verwaltung nur die beängstigende Aussage, dass sich diese nur im besten Fall über Gebühren und Beiträge finanzieren lassen. Da Gewerbesteuern erst sukzessive fließen, muss durch jede beteiligte Kommune über viele Jahre mit sehr hohen finanziellen Belastungen ihres Haushaltes gerechnet werden.

Konkret frage ich an, hat die Stadt WSF ein worst case Szenario für:
Bitte Antwort aus Stadt - eigener Worst Case Betrachtung, und keine vorhersehbare Antwort der Strukturkommission benutzen.
Verfasser: Michael Thurm  |  09.11.2024  |  Text- und Bildinhalte können zum Teil mit oder durch KI generiert sein.
Jeden Tag neue Angebote bis zu 70 Prozent reduziert

Weitere Artikel
Egal, um was es geht, wer sich gegen uns stellt, den planieren wir, den machen wir fertig.

Egal, um was es geht, wer sich gegen uns stellt, den planieren wir, den machen wir fertig.

In Deutschland, einem Land, das sich als Hort der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit rühmt, entfaltet sich ein Schauspiel, das an düstere …
zum Artikel »
Der Mensch ist ein Impfstoff-Verbraucher! Dr. Schwurbelei und Mr. Verantwortungslos - CDU-Landrat Götz Ulrich sind die Menschen im Burgenlandkreis egal

Der Mensch ist ein Impfstoff-Verbraucher! Dr. Schwurbelei und Mr. Verantwortungslos - CDU-Landrat Götz Ulrich sind die Menschen im Burgenlandkreis egal

Am 30. März 2026 stellte ich im Kreistag des Burgenlandkreises unangenehme, aber überfällige Fragen. Fragen, die den Kern dessen berühre…
zum Artikel »
Mehr Steuern und Probleme für dich - Olaf will Kanzler bleiben

Mehr Steuern und Probleme für dich - Olaf will Kanzler bleiben

Vielleicht hast du sie auch schon gesehen: Wahlwerbung! Yeah! Aber was genau soll uns das, was da steht, eigentlich sagen?…
zum Artikel »
13,3 Billionen Euro für die Energiewende: Denn sie wissen nicht, was es kostet!

13,3 Billionen Euro für die Energiewende: Denn sie wissen nicht, was es kostet!

In Berlin regiert die pure Hybris. Während die schwarz-rote Koalition – und ihre Vorgänger – das Land mit ideologischem Furor in die �…
zum Artikel »
Rückblick auf die große Illusion: Der „Jobmotor“ Erneuerbare Energien in Sachsen-Anhalt - Versprechen von 2021 vs. Realität 2026

Rückblick auf die große Illusion: Der „Jobmotor“ Erneuerbare Energien in Sachsen-Anhalt - Versprechen von 2021 vs. Realität 2026

Am 17. September 2021 debattierte der Landtag von Sachsen-Anhalt über den Antrag der Grünen-Fraktion „Ausbau erneuerbarer Energien besch…
zum Artikel »
Grüne Klimaträume - und Sachsen-Anhalts Chemie stirbt scheibchenweise

Grüne Klimaträume - und Sachsen-Anhalts Chemie stirbt scheibchenweise

Cornelia Lüddemann prophezeite 2021 den Untergang, wenn nicht radikal umgesteuert wird: verbindliche Klimaziele, Windkraft überall, Solarz…
zum Artikel »
Lotto
der offizielle Kanal der Bürgerstimme auf Telegram   der offizielle Kanal der Bürgerstimme auf YouTube   Bürgerstimme auf Facebook
Unterstützen Sie das Betreiben dieser WebSite mit freiwilligen Zuwendungen:
via PayPal: https://www.paypal.me/evovi/12

oder per Überweisung
IBAN: IE55SUMU99036510275719
BIC: SUMUIE22XXX
Konto-Inhaber: Michael Thurm