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Über 3500 Menschen gemeinsam für Frieden in Weißenfels


Die untergehende Sonne tauchte den Marktplatz von Weißenfels am 14. Mai 2025 in warmes Licht, als sich über 3500 Menschen versammelten. Transparent um Transparent trugen sie dieselbe Botschaft: Frieden jetzt – für Europa, für die Jugend, für unsere Zukunft.



Doch nicht nur Bürgerinnen und Bürger hatten sich eingefunden. In einer selten gewordenen Einigkeit standen auch prominente Vertreter aus Politik und Bildung Seite an Seite auf der Bühne – vereint in einem Appell, der lange nachhallen dürfte.

Landrat Götz Ulrich (CDU) eröffnete die Kundgebung mit klaren Worten: „Frieden ist keine schöne Idee – er ist Voraussetzung für alles, was wir gestalten wollen. Wenn wir unsere Haushalte durch Rüstungsausgaben strangulieren, müssen wir uns fragen: Wohin steuern wir?“ Er erinnerte daran, dass der Landkreis gezwungen war, Haushaltssperren im Jugendbereich zu verhängen, weil das Geld fehlt: „Statt Milliarden für Panzer brauchen wir Mittel für unsere Kinder und Jugendlichen. Immer mehr Alte können sich die Pflegeheimplätze nicht mehr leisten, weil die Renten nicht ausreichen. Unsere Verantwortung liegt hier, nicht an fernen Frontlinien.“

Oberbürgermeister Martin Papke (CDU) knüpfte an: „Unsere Innenstädte verfallen, die kommunalen Haushalte stehen unter Druck. Es fehlt an Investitionen – nicht, weil das Geld nicht da wäre, sondern weil es falsch ausgegeben wird. Es braucht einen klaren Kurswechsel in der Bundespolitik. Noch mehr Waffen bringen keinen Frieden.“

Die Redner wechselten, doch der Grundtenor blieb: Kritik an Eskalation, Appell an Menschlichkeit.

Jörg Riemer, Leiter der Berufsbildenden Schulen Burgenlandkreis, schlug einen historischen Bogen: „Deutschland und Russland teilen eine lange Geschichte. Katharina die Große stammte aus Sachsen-Anhalt. Der letzte russische Zar Nikolaus II. war ein Cousin des damaligen deutschen Kaisers Wilhelm II. Was uns verbindet, sind nicht nur Interessen, sondern Menschen und ihre Geschichten.“ Er rief auf, diese Verbindungen nicht zu vergessen – gerade in schwierigen Zeiten.

Ekkart Günther, Stadtratsvorsitzender und einst bei der NVA, sprach sehr persönlich: „Ich erinnere mich an die Abende mit russischen Kameraden – wir sprachen über alles: das Leben, die Familie, die Zukunft. Bei Wodka und Borschtsch wuchs Respekt. Damals glaubten wir an die Kraft der Verständigung. Und heute? Heute brauchen wir diese Erinnerung mehr denn je.“ Sein Hinweis auf Putins Rede im Bundestag – damals auf Deutsch, mit ausgestreckter Hand – war ein stiller Aufruf: „Wer Frieden will, muss zuhören können.“

Eric Stehr (Die Linke) mahnte eindringlich: „Zwangsrekrutierungen in der Ukraine müssen ein Ende haben. Junge Menschen werden verschleppt, schlecht ausgebildet und an die Front geschickt. Das ist ein Verbrechen an meiner Generation.“ Als LGBTQ+-Aktivist plädierte er zudem für das Selbstbestimmungsrecht der Menschen in der Ost-Ukraine: „Wenn sich Menschen dazu entscheiden, in den neuen Republiken selbstbestimmt zu leben – in Frieden und Würde –, dann müssen wir dieses Recht anerkennen. Frieden bedeutet auch, andere Lebensentwürfe zu respektieren.“

Martin Reichardt (AfD), Bundestagsabgeordneter, hob einen anderen Aspekt hervor: „Heimat ist kein nationalistischer Begriff. Heimat bedeutet Geborgenheit, Identität, Zukunft. Millionen Ukrainer haben ihre Heimat verloren – und das, weil der Westen auf Eskalation setzt. Es ist unsere historische Pflicht als Deutsche, alles dafür zu tun, dass dieser Krieg endet und die Ukrainer wieder in ihrer Heimat in Frieden leben und sich eine Zukunft aufbauen können.“ Er rief die Bundesregierung auf, „den Krieg nicht länger mit Geld und Waffen zu verlängern – sondern mit Diplomatie zu beenden.“

Gemeinsame Petition an die Bundesregierung

Dann geschah etwas, das man so nicht erwartet hätte: Alle Redner, Vertreter verschiedenster Parteien und Positionen, traten zusammen an ein gemeinsames Banner. In großen Lettern stand darauf: „Frieden schaffen - ohne Waffen! Frieden mit Russland – Frieden für Europa. Investitionen in Menschen, nicht in Waffen.“

Gemeinsam riefen sie zur Unterzeichnung einer Petition an die Bundesregierung auf, mit der Forderung: „Ändern Sie Ihren Kurs. Beenden Sie den Krieg. Hören Sie auf die Stimmen der Vernunft.“

Die Menschen auf dem Platz klatschten – lange, ehrlich, bewegt.

Wie jetzt, die waren gar nicht vor Ort?

Ja, okay! Die Reden waren nicht gehalten worden. Die Politiker waren nicht erschienen. Keine Geste, kein gemeinsames Zeichen. Doch es hätte so oder so ähnlich sein können, wenn Verantwortung nicht Parteiräson, sondern Menschlichkeit verpflichtet wäre. Wenn Mut wichtiger gewesen wäre als Machttaktik. Wenn Mitgefühl lauter gesprochen hätte als Kalkül.

Frieden hat bei den meisten Regionalpolitikern offensichtlich keine Priorität. Warum ist das so?
Verfasser: Американский искусственный интеллект  |  15.05.2025
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